Familienverband Luyken



Chronikblätter 1931 (Band II)
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Ludwigshafen, 29.6.2016



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Chronikblätter
für die Familie Luyken und ihre Anverwandten.


11. Jahrgang.     Berlin, W., März 1931.     Heft 1.


Bitte zu beachten!

Mit dem vorliegenden Heft beginnt der 11. Jahrgang und somit der Zweite Band unserer "Chronikblätter".

Der Titelbogen für den ersten Band (1921-1930) war der Sendung des letzten Heftes des 10. Jahrganges beigefügt worden.

In jenem Heft war auch bereits auf die Ausgabe von Original-Einbanddecken für den ersten Band hingewiesen worden. Diese Einbanddecken, Schlichtblau mit Silberpressung, sind durch die Chronikstelle zu beziehen.

Der Preis beträgt einschl. Porto und Verpackung für den einfachen Leinenband 1,50 M. und für den echten Lederband 5,50 M.

Da diese Preise nur für eine größere Auftragsmenge veranschlagt sind, wird gebeten, die bisher noch nicht bewirkten Bestellungen nunmehr möglichst bald unter gleichzeitigem Einschicken des Betrages, falls nicht Nachnahmesendung (zu Mark 1,90 bzw. 5,90) gewünscht wird, bei uns anzumelden!

Dann richten wir an alle Mitglieder unserer großen Familie die herzliche Bitte, auch in Zukunft unserem Unternehmen treu zu bleiben und durch regelmäßigen Bezug dieser kleinen Zeitschrift deren Erscheinen auch trotz der wirtschaftlichen Nöte der Zeit weiterhin zu ermöglichen.

Nachdem im ersten Bande die Bestandsaufnahme der lebenden Familienangehörigen - einschl. der gesamten Enkel und teilweise auch der Urenkel einer gebürtigen Luyken - und ferner die Chronik bis zum Ender der IV. Generation durchgeführt worden ist, wird im 2. Bande die Geschichte der nachfolgenden Generationen fortgesetzt werden. Hierzu sollen in weitest möglichen Umfange auch die Bilder unserer Vorfahren gebracht werden.

Der Herausgeber.



Ereignisse des Jahres 1931.
(Fortsetzung zu Heft 10, 4 des Ersten Bandes .)

Geboren:

15. Febr.  H. W. zu Herford i. W., T. v. Harry Weber ebd., Johannisstr. 2 b und Ellen geb. Pickhardt, [IX 121 d, 3, Bd. I, S: 435].






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Eingesegnet:

15. März   Toni Luyken zu Wesel [XI 10, Bd. I, S: 208], jüngste T. v. † Daniel Luyken, wld. Amtsgerichtsrat, und Toni geb. Sobeczko, Wesel, Baustr. 42 a.


29. März   Gerda Luyken zu Reinbek in Holstein, [XI 76, Bd. I, S: 324], zu Reinbek i. Holstein, Bahnsenallee 11.


Verlobt:

Febr.   Johanna Braumüller in Duisburg (2. T. v. Wilhelm Braumüller, Generaldirektor ebd., Kaiser-Wilhelm-Str. 95, u. Meta, geb. Buchholtz [XI 60, Bd. I, S: 314], mit Friedrich Hermann Fließ, Fabrikant ebd., Pulverweg 5 (S. v. Hermann Fließ, Fabrikant ebd. u. Frieda geb. Mieddelmann.).


Verheiratet:

7. März   Emil Sethe, Bergassessor, Bergwerksdirektor, [X 20, Bd. I, S: 71], Bernburg, Sedanstr. 9 mit Käthe geb. Reußner (T. v. Otto Reußner, Rittergutsbesitzer u. Helene geb. Voigtritter.)


Die Silberhochzeit feierten:

1. März   Wilhelm Braumüller, Generaldirektor in Duisburg, Kaiser-Wilhelm-Str. 95, und Meta, geb. Buchholtz [XI 60, Bd. I, S: 314].

An dem sehr schönen und fröhlichen Feste nahmen außer dem engeren Familienkreise einschl. des jungen Brautpaares (s. oben) auch die Mutter und die beiden Schwestern der Silberbraut sowie der Bruder des Jubilars Oberregierungsrat Walter Braumüller mit seiner Gattin teil. Die Festrede hielt Dr. jur. Rudolph Luyken [X 86, Bd. I, S: 314], der mit seiner Gattin Else geb. Erkenbölling zugegen war und in dessen Händen auch die Leitung des Festes lag.


Den 70. Geburtstag beging:

19. März   Anna Luyken geb. Wever, [IX 12, Bd. I, S: 24], z. Z. Hannover/Waldhausen.


Den 75. Geburtstag feierten:

28. Febr.   Emma Pöhn geb. Sonntag zu Hamburg, Sierichstr. 106 a, (vgl. Bd. I, S: 263).



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2. März.   Anna Luyken geb. Krieg zu Wesel, Heubergstr. 11, [IX 5, S: 23].


Das 82. Lebensjahr vollendete:

11. Febr.   Julius Luyken in Altenkirchen, Westerwald, [IX 110, Bd. I, S: 60 u. S: 418].


Das Goldene Doktor-Jubiläum feierte:


26. Jan.   Dr. jur. Albert Luyken, Geheimer Regierungsrat, [VIII 35, Bd. I, S: 22], Haus Landfort b. Anholt in Westf.

Vorsitzender des Familienvorstandes.

Zu diesem seltenen Gedenktage wurde dem Jubilar von der Georg August-Universität Göttingen nachstehendes Erneuerungs-Diplom gewidmet:

"Unter dem Rektorat des ordentlichen öffentlichen Professors der Theologie D. theol. Johannes Behm erneuert die Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät durch ihren Dekan, den ordentlichen öffentlichen Professor der Staatswissenschaften Dr. phil. Waldemar Mitscherlich, dem

Geheimen Regierungsrat Dr. jur. Albert Luyken

auf Landfort bei Anholt i. W. die ihm heute vor 50 Jahren verliehene Würde eines Doktors der Rechte und beglückwünscht den Jubilar zu dem Tage, an dem er auf ein halbes Jahrhundert erfolgreicher Arbeit und treuer Pflichterfüllung im Dienste des Rechts und des Staates zurückblickt.

Göttingen, den 26. Januar 1931.

Der Dekan..


Zum Polizeimajor wurde befördert:

10. März   Kurt Lehwald, [XI 87, Bd. I, S: 325], bisher Polizeihauptmann, Kiel, Feldstr. 139.






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Das medizinische Staatsexamen an der Georg-August-Universität zu Göttingen bestand mit dem Prädikat "sehr gut":

16. Jan.   Hans Luyken, [XI 115, Bd. I, S: 345], S. v. Dr. med. Ewald Luyken, prakt. Arzt in Stolberg/Harz, [X 69, Bd. I, S: 119] u. Elisabeth geb. Niemöller.

Hans Luyken promovierte am 17. Febr. zum Dr. med. an derselben Universität.


Das Studienassessor-Examen zu Köln bestand "mit Auszeichnung":

14. März   Wilhelm Marx, Dr. phil., [X 120 d, Bd. I, S: 155], 2. Sohn von Bergassessor Wilhelm Marx, Bergwerksdirektor a. D. in Auerbach/Hessen, Parkstr. 4, u. Elsbeth geb. Kehl.


Das medizinische Vorexamen (Physicum) zu Münster i. W. bestand mit dem Prädikat "gut":

28. Febr. Wolfgang Luyken, [XI 239, Bd. I, S: 374], ältester Sohn von Carl Luyken, Pfarrer zu Gummersbach im Rheinland.


Das Lehrerinnen-Examen für Turnen, Sport, orthopädisch Turnen-Rudern am Staatl. Seminar in Kiel bestand mit dem Prädikat "gut:

19. März   Christa Dültgen, [XI 22, Bd. I, S: 218], aus Wesel, Heubergstr. 11.


Das Fach-Abitur an der Staatl. Handels-Gewerbeschule in Rheydt bestand:

11. März   Lina Luyken, [XI 22, Bd. I, S: 208], T. v. † Daniel Luyken, wld. Amtsgerichtsrat, u. Toni geb. Sobeczko, Wesel, Baustr. 42 a, [X 3, Bd. I, S: 67]


Das Ingenieur-Vorexamen an der Technischen Hochschule zu München bestand:

26. März  Carl Heinrich Jahr, [X 152, Bd. I, S: 179], ältester Sohn von Dr. Carl Jahr, Commerzienrat, und Hanna geb. Kleemann, Mannheim, Oberer Luisenpark


Das Abiturienten-Examen bestanden:
a) am Hindenburg-Gymnasium zu Düsseldorf:

25. Febr.  Philipp Luyken, [XI 93, Bd. I, S: 338], ältester Sohn von Philipp Luyken, Commerzienrat, und Else geb. Ellerbroek, Düsseldorf, Faunastr. 53.



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Margaretha Luyken geb. Hannes
(1697-1749) *)

Daniel (II) Luyken
(1703-1784) *)

Ueber Daniel Luyken, dessen Gattin Margaretha geb. Hannes einer sehr angesehenen und vermögenden Familie entstammte, findet sich in der von Chr. Philipp Luyken [IX 27, Bd. I, S: 34 u. 122] unter wesentlicher Mitarbeit von Dr. Albert Luyken [VIII 35, Bd. I, S: 22] im Jahre 1886 herausgegebenen Stammtafel der Familie Luyken der offenbar aus einer alten handschriftlichen Ueberlieferung herrührende Vermerk: "war Kaufmann in Wesel und ein liebevoller Mann".

Neben dieser in ihrer lakonischen Kürze geradezu lapidar anmutenden Charakterzeichnung sind uns glücklicherweise weit ausführlichere Mitteilungen über die Persönlichkeitsbedeutung dieser Vorfahren in den Aufzeichnungen ihres ältesten Enkels Daniel (IV) Luyken [1762-1848] erhalten geblieben.

In den Vorbemerkungen zur Chronik auf Seite 408, von Bd. I dieser "Chronikbl.", war schon darauf hingewiesen worden, daß wir diesem Daniel (IV) L. eine auf Grund früherer Datensammlung seitens seines Großvaters Daniel (II) ausgearbeitete Zusammenstellung eines ausführlichen "Geschlechtsregisters" verdanken, von welchem 2 Original-Exemplare und eine Abschrift dem Archiv auf Haus Landfort zugehören. Eine 4., ebenfalls aus der Feder von Daniel (IV) herrührende Ausfertigung besitzt Frau Hugo Kämper Exz., Lina geb. Luyken [IX 13, Bd. I, S: 24], welche jetzt die einzig überlebende Vertreterin der zahlreichen Enkel dieses Chronisten ist. In ihrem Besitz befindet sich aber noch außerdem ein besonders wertvolles Vermächtnis desselben Vorfahren, in Gestalt eines Buches vom mittleren Quartformat, das auf 129 Seiten in chronologischer Reihenfolge familiengeschichtliche Aufzeichnungen enthält und auf der ersten Seite nachfolgende Ueberschrift trägt:

*) Nach den auf Haus Landfort befindlichen Gemälden, (photogr. durch Dr. Walther Schmidt [XI 42, Bd. I, S: 221] in Düsseldorf).


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Familie-Begebenheit
aus
alte Aufzeichnung und Erzählungen
von Väterlich und Mütterlich Seits
geschrieben von
D. Luyken Dan. S.

Frl. Elisabeth Kämper *), Tochter der Eigentümerin dieses Buches, hatte die große Liebenswürdigkeit, eine von ihr selbst hergestellte Abschrift der Aufzeichnungen dem Herausgeber dieser Blätter zur Verfügung zu stellen, der wir nachstehende Mitteilungen über die Vorfahren Daniel (II) und Margarethe geb. Hannes in genauem Wortlaut und originaler Schreibweise entnehmen.

1784 d/ 14te Jannuary des Nachmittags um 2 Uhr wurde mir durch einen wohl zu erwartende doch aber nicht so nahe vermuthete Todt meinen liebenswürdigen Großvater Daniel Luyken entrissen. Er war geboren 1703 d/6te November folglich war sein Alter 80 Jahr 2 Monat und 8 Tage. Er war sehr schwächlich von Natur, und mußte deswegen eine dazu abgemessene Diaet halten. Er lebte aber in allen seinen Sachen sehr gewissenhaft, dann Tugend und Gottseeligkeit waren die Hauptgegenstände wonach er strebte. Schon frühe verlohr er seine Eltern, und da er der Jüngste von seinen Brüdern und nur noch allein im Hause war: so fiel auch alle Last der Geschäfte auf ihm. Im Jahr 1727 d/4te May begab er sich in der Ehe und heyrathete Margaretha Hannes eine schöne dabey aber sehr Gottesfürchtige, und fromme Frau, und zeugete mit ihr 3 Töchter und 3 Söhne. Sein älterliches Haus in der Feldstraße No. 1031 war ihm in der Theilung, und trieb darin sehr starke Geschäfte. Neben ihm zur rechten wohnte sein älterer Bruder Johann, der aber das Unglück hatte eine Xantippe zur Frau zu haben, welches nicht wenig Misvergnügen unter diese zwey sich liebende Brüder gab.

1749 d/23 May traf meinem Grosvatter den so heftigen Schmerz seine so zärtlich geliebte Frau durch einen plötzlichen Tod zu verlieren. Nachdem er mit ihr 6 Kinder gezeuget hatte; wovon der jüngste kaum 10 Jahren war. Eine ganz betrübte Zufall! Die ihm sehr schmerzte, dennoch aber nicht muthlos machte, indem er sich durch die tröstlichste Gründe der Religion wieder zu ermunteren wußte.


*) vgl. X 27, Bd. I, S: 84.





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1751 d/15te Jully verehelichte seine älteste Tochter Anna Elisabeth *) an Zacharias Waltmann woran er nun wieder die großte Freude hatte, daß es ihr in alle Geschäfte so sehr glückte. Aber leyder war für ihm nur diese Freude zu Kürz. Dann er sahe sie beyde 7 Jahre nachher durch den Todt von ihm getrennet, und hinterließen ihm 2 Söhne wodurch er also wieder in ein, neues Erziehungs Geschafte gerieth. In dem Jahre 1772 d/7te Mertz verlohr er seine Tochter Anna Maria **) - die an Matthias Osthoff vereheliget war, und neben seine Thüre wohnte. Diese hinterließ 4 Kinder welche jetzt täglich mit ihren Vatter um ihn waren, um bey ihm Trost zu suchen. Dies war für ihm auch Kein geringer Schmerz. Doch war er bey allendiese Unglücksfällen gelassen, und die Hofnung zu dem Allmächtigen belebten ihm. da wo ihm das Unglück zu zerschmetteren schien:

In alle seine Geschäfte und Handlung war ein Muster der Rechtschaffenheit, und litte lieber Schade als daß er jemanden Schaden zufügen sollte. Daher entstand bei ihm die wahre Zufriedenheit in alle Umstände seines Lebens. Eine Zufriedenheit und Heiterkeit die blos herrühret aus dem edlen Bewußtseyn seine Pflichten treulich ausgeübt zu haben. Wie lieblich und Lehrreich war nicht seinen Umgang! und eine wahres Vergnügen war es um ihm zu seyn. - Er war sehr schwach von Leibes constitution Durch seine Mäßigkeit aber hielt er sich noch ziemlich gesund. 1774 wurde er von einer schwere Krankheit überfalle, und die ihm wurde aufgerieben haben wenn ihm die Gütige und Allmachtige Hand Gottes nicht wäre zu Hülfe gekommen. Von diesem Jahre an nahm er beständig ab, und bekam fast jährlich im Herbst Anfälle von diese Krankheit die mehrentheils dazumahl aus Gicht herrührte so daß er sich des Winters nur mehrentheils bey Hause halten mußte.

(Fortsetzung dieses Auszuges folgt im nächsten Heft).

*) vgl. VI 3 auf S: 9.

Bitte zu beachten!

Mitteilungen für das nächste Heft werden baldmöglichst erbeten an den Herausgeber: Dr. Karl Luyken, Berlin W. 50, Regensburgerstr. 14. Zu Geldüberweisungen (Jahresbeitrag = 4,-R.M. - für Familienangehörige nach Selbsteinschätzung) dient unter gleicher Anschrift das Postscheckkonto: Berlin 139 09.

Original-Einbanddecken (Schlichtblau mit Silberpressung) für den die Jahrgänge 1921-1930 umfassenden Ersten Band der Chronikblätter sind in Leinwand zu 1,50 M. und in echtem Leder zu 5,50 M. einschl. Versandunkosten von der Chronikstelle zu beziehen.

Der Herausgeber.


Druck von Friedrich Luyken, G. m. b. H., Gummersbach (Rhld.)


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Chronikblätter
für die Familie Luyken und ihre Anverwandten


11. Jahrgang.     Berlin, W., Juni 1931.     Heft 2.


Ereignisse des Jahres 1931.
(Fortsetzung zu Heft 11, 1.)

Geboren:

7. Mai      Wolfgang Auen zu Berlin-Friedenau, S. v. Dr. med. Werner Auen [XI 229, Bd. I, S: 371], Facharzt für Chirugie und Frauenkrankheiten ebd., Kaiserallee 77, u. Käte, geb. Menthen.


7. Mai      W.-G. Kehl zu Berlin-Dahlem, 2. S. v. Dr. jur. Werner Kehl, [X 124, Bd. I, S: 163], Bankdirektor, ebd. Parkstr. 34/38, u. Gustel geb. Cohnitz.


Getauft:

12. April   M. Kehl auf Gut Ellering b. Obrighoven, 4. T. v. Albert Kehl [X 136, Bd. I, S: 175], u. Emmy geb. Hainebach.


Eingesegnet:

12. April   Paul Meyer, zu Hamburg, [XI 83, Bd. I, S: 324], 2. S. v. Ernst Andreas Meyer, Magistratsbaurat ebd., Carlstr. 19, u. Hedwig geb. Luyken


Verheiratet:

27. Juni   Johanna Braumüller, [XI 60 b, Bd. I, S: 314], zu Duisburg m. Friedrich Fließ, Fabrikant, ebd., Pulverweg 5.


Die Silberhochzeit begingen:

19. April   Dr. Karl Luyken, Oberregierungsrat, [X 44*), Bd. I, S: 95], Berlin-W. 50, Regensburgerstr. 14, u. Carola geb. von Nordheim. *) s. Berichtigung hierzu Bd. I, S: 108.





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Am Ostersonntag, den 5. April, feierten die:
Goldene Hochzeit: Dr. jur. Albert Luyken, Geheimer Regierungsrat, Vorsitzender des Familienvorstandes, und Bertha Luyken geb. Schlimmer, Haus Landfort bei Anholt in Westfalen.
(Festbericht mit Gruppenbild s. Seite: 21).

Den 70. Geburtstag begingen:

14. Mai    Johanna Duhr geb. Leuken, [IX 134, Bd. I, S: 67], Krefeld, St. Antonstr. 156


5. Juni      Otto Freiherr von Gillhaussen, [X 35, Bd. I, S: 93], Gut Steckling b. Wesel.


Den 75. Geburtstag feierte:

23. Juni    Dr. jur. Albert Luyken, [VIII 35, Bd. I, S: 22], Geheimer Regierungsrat, Vorsitzender des Familien-Vorstandes, Haus Landfort bei Anholt in Westfalen.


Das 81. Lebensjahr vollendete:

13. April      Lina Kerlen geb.  Hammacher, [IX 74, Bd. I, S: 47 u. 476], zu Arnsberg in Westfalen.


An der Technischen Hochschule (Abtlg. I) zu Darmstadt habilitierte sich als Privatdozent:

10. Juni    Dr. Kurt Röder, [XI 63, Bd. I, S: 323] ebd. Prinz-Georg-Palais, S. v. † Dr. med. Heinrich Röder u. Sophie geb. Wassermeyer, Bonn, Schloßstr. 2.

Die Probevorlesung (11. Mai) betraf: "Die Erfindung des Meißner Porzellans und die Ausbreitung der Porzellanindustrie in Deutschland".

Die Antrittsvorlesung (25. Juni) handelte über: "Die Fayencenfabriken und die Porzellanmanufakturen im unteren Maingebiet im 18. Jahrhundert".


Das Abiturium bestanden:

a) am Realgymnasium in Freiburg i./Br.

11. März (Nachtr. zu Heft 11,1)
Walter Kleemann, [X 150, Bd. I, S: 179], S. v. † Walter Kleemann, Major a. D. u. Anna geb. Lichtenberg, Kanalschlössl, Garching b. München.

Walter Kleemann jun. trat am 1. April d. J. als Anwärter für die Laufbahn des Marineingenieuroffiziers bei der Reichsmarine ein.



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b) am Ordrup-Gymnasium in Kopenhagen, mit dem Prädikat "gut":

26. Juni    Marie Luise Clason, [XI 141, Bd. I, S: 348], T. v. †  Felix Clason, Major a. D. und Grethe Jensen verw. Clason geb. Luyken, Heeregard Hojriis, Nykobing, Mors Iylland (Dänemark).


Anschriftenänderungen:

15. April  Hans Luyken, Dr. med. [XI 115, Bd. I, S: 345], Assistenzarzt bisher am: Städt. Krankenhaus, Berlin-Lichtenberg, jetzt am: Johanniter Krankenhaus, Stendal.


April        Gerd Luyken, cand. jur. [XI 98, Bd. I, S: 343], bisher: Tübingen, jetzt: Bonn.


April        Hans Henrici, cand. jur. [X 113a, Bd. I, S: 155], bisher: Wiesbaden, jetzt: stud. Biol., Freiburg/B.


April        Philipp Luyken jun., cand. jur. [XI 93, Bd. I, S: 338], bisher: Düsseldorf, Faunastr. 53, jetzt: stud. med. vet. an der Tierärztl. Hochschule, Hannover.


April        Klara Sethe, [X 20c, Bd. I, S: 72], aus Bernburg a./S., Sedanstr. 9, stud. jur. bisher: Freiburg i. Br., jetzt: Grenoble.


April        Luise Oppermann, cand. jur. [X 118a, Bd. I, S: 155], aus Parchim i. M., stud. med. in Heidelberg.


Mai          Hans-Werner Luyken, [XI 47, Bd. I, S: 222], bisher: Hannover, jetzt: zur kaufm. Ausbildung in der Verwaltung der I. G. Farben-A.-G., Frankfurt a./M.


Mai/Juni   Dr. Wilhelm Marx, [X 120 d, Bd. I, S: 155], bisher: Auerbach/Hessen, seit April am Gymnasium zu Neuwied, seit Juni am Gymnasium in Wipperfürth.


30. Juni    Dr. jur. Rudolph Luyken, [X 86, Bd. I, S: 141], stellvertr. Syndicus a. d. Handelskammer Duisburg-Wesel und Dr. med. Else geb. Erkenbölling, prakt. Aerztin, Duisburg, bisher: Prinzenstr. 22, jetzt: Lutherstr. 1.






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Todesfälle:

Im hohen Alter von 82 Jahren entschlief nach kurzem Leiden

Julius Luyken

zu Altenkirchen im Westerwald.

Mit Julius Luyken ist das letzte Glied aus der IX. Generation der "Altenkirchener Linie Luyken", dahingegangen, deren Begründer sein Vater Heinrich Luyken [1800-1880, vgl. VIII 50, Bd. I, S: 59], ein Urenkel von Daniel (II) Luyken und Margarethe geb. Hannes [vgl. V 23, S: 10] gewesen war. Aus der Ehe von Heinrich Luyken mit Sophie geb. Pauly verw. Giershausen (1806-1890) waren 11 Kinder, und zwar 3 Söhne und 8 Töchter, hervorgegangen.

Der jüngste der 3 Söhne war Julius Philipp, Franz Luyken, geboren am 11. Febr. 1849 zu Altenkirchen. Hier besuchte er zuerst die Volksschule und höhere Stadtschule (Rektoratsschule) und dann in Siegen die Realschule, die er mit dem Berechtigungszeugnis zum Einjährig-Freiwilligen Militärdienst im Jahre 1865 verließ. Am 1. Jan. des folgenden Jahres begann seine kaufmännische Ausbildung in einem Exportgeschäft zu Essen/Ruhr. Vom 1. April 1872 bis März 1873 diente Julius L. als Einj.-Freiw. im I. Rhein. Inf. Regt. Nr. 25 (General v. Horn) in Straßburg und erwarb die Qualifikation zum Reserve-Offizier desselben Regiments.

Ein halbes Jahr nach dem am 14. Mai 1880 erfolgten Tode seines Vaters übernahm Julius L. das väterliche Geschäft (Hotel mit Landwirtschaft); sein ältester Bruder Heinrich L. (1833-1917) besaß zu jener Zeit schon in Düsseldorf eine eigene Firma (Weingroßhandlung), und sein zweiter Bruder Hermann war bereits am 4. Aug. 1876 gestorben [vgl. IX 105, Bd. I, S: 60]. Im Jahre 1893 gab Julius L. die Landwirtschaft auf, verkaufte das Hotel, und baute sich neben demselben ein Doppel-Wohnhaus, an dessen Rückseite sich ein größerer Garten anschloß. Dieses Haus lag ebenso wie das Hotel an der Rathausstraße (3), die auf seine eigene Anregung nach dem Weltkriege in Hindenburgstraße umgetauft wurde. Der Pflege des Obstbaues galt seine Hauptbeschäftigung mit dem Erfolge, daß er auf landwirtschaftlichen Ausstellungen wiederholt Preise erhielt.

Aber auch anderen Wissensgebieten wandte Julius L. ein lebhaftes und nach eigener Betätigung verlangendes Interesse zu. So hatte er während der letzten 3½ Jahrzehnte seines Lebens ehrenamtlich die regelmäßigen meteorologischen Beobachtungen, insbesondere die örtlichen Niederschlagsmessungen innerhalb des dem Preußischen Meteorologischen Instituts zu Berlin unterstehenden Wetterstationsnetzes durchgeführt. Sein großes Interesse für die Geographie führte ihn häufig auf Reisen über die Grenzen des Vaterlandes hinaus; so


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besuchte er u. a. Skandinavien und Rußland, die Schweiz, Italien und Nordafrika.

In seiner Heimatstadt hat Julius L. zahlreiche Ehrenämter kommunaler, politischer und gesellschaftlicher Art bekleidet. Er war etwa 10 Jahre Mitglied des Kreistages, 15 Jahre Mitglied des Gemeinderats und Erster Beigeordneter, und ebensolange Mitglied des Curatoriums der Sparkasse und der höheren Stadtschule (Rektoratsschule). Mehrere Jahre gehörte der dem Ortsgruppenvorstand der Nationalliberalen und späteren Deutschen Volkspartei an, deren Vorsitzender er zeitweilig war. Ebenso leitete Julius L. als Vorsitzender des Vereins für die Errichtung des Bismarckturmes die Einweihungsfeier dieses Denkmals am 22. Mai 1922 auf dem "Dorn", einem im Süden von Altenkirchen sich hinziehenden bewaldeten Bergrücken.

Ferner gehörte Julius L. als Ehrenmitgliede der Kasinogesellschaft und dem Kriegerverein an; auch war er mehr als 30 Jahre Hauptmann und Vorsitzender und später Ehrenvorsitzender der dortigen Schützengesellschaft.

Julius Luyken hatte nicht geheiratet. Nach dem Tode seiner Mutter (1890) leiteten zunächst seine beiden ebenfalls unverheiratet gebliebenen Schwestern Ida († 1911) und Hermine († 1924) mit der seit 1888 verwitweten jüngeren Schwester Emilie Stader († 1926) und deren Tochter Emmy († 1930) den gemeinsamen Haushalt (vgl. Bd. I, S: 
182, 273 u. 491).

Julius L. besaß einen ausgeprägten Familiensinn; es war ihm stets eine besondere Freude, bei festlichen Anlässen einen größeren Verwandtenkreis in seinem Hause zu begrüßen, so auch bei der Feier seines 80. Geburtstages (vgl. Bd. I, S: 418), den er im Jahre 1929 in jugendlicher Frische beging. Ueberhaupt erfreute er sich stets und auch im hohen Alter einer ausgezeichneten Gesundheit. So scheute er als 80-jähriger nicht die Anstrengung der Reise nach Berlin, um an der Hochzeit seines Großneffen Dr. med. Werner Auen [vgl. Bd. I, S: 452) teilzunehmen; im folgenden Jahre war er in Düsseldorf zu Gast bei der Hochzeit seiner Großnichte Lilly Jungk geb. Luyken (Bd. I, S: 464). An den Familientagungen in Arnsberg, Wesel und Düsseldorf teilzunehmen, war sein lebhafter Wunsch gewesen; doch war er wegen wiederholter Krankheitsfälle innerhalb der Familie daran verhindert.

Seinen 82. Geburtstag hatte Julius L. am 11. Febr. d. J. noch in voller Rüstigkeit begehen können; zu Beginn des Frühjahrs traten Alterserscheinungen auf. Am 20. April erlitt er einen Schlaganfall, dem er am nächsten Tage erlag.

Am Freitag, den 24. April begeleitete ein großer imposanter Trauerzug die sterblichen Ueberreste des Verewigten von seinem Hause aus nach dem etwa 1 Kilometer entfernten Waldfriedhofe zur alten Familiengruft, in der außer den Eltern auch einige Geschwister und Nichten des Verstorben beigesetzt sind. An der Beerdigungsfeier nahmen u. a. der Kriegerverein und die Feuerwehr mit ihren Musikkapellen und Ehrenfahnen teil. Den weihvollen Trauerakt leitete die Grabrede von Pfarrer Heckenroth ein. Ihr folgten die Ansprachen der verschiedenen Vereine zu Ehren ihres langjährigen und





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verdienstvollen Mitgliedes. Zum Schluß spielte die Musik einige Choräle, deren feierliche Klänge die Stille des Waldes durchrauschten. Die ganze erhebende Feier war von herrlichstem Sonnenglanz erfüllt, ein symbolisches Zeichen für den Abschluß eines Lebens, das von Anfang bis Ende ein sonniges gewesen war.

Seit dem Tode seines ältesten Bruders Heinrich 1917 war Julius Luyken der Senior der "Altenkirchener Linie" gewesen; diese Würde ist nunmehr auf seinen Neffen Alfred Luyken [X 173, Bd. I, S: 189] übergegangen. Mit dem Tode von Julius L. ist der Name Luyken im ganzen Westerwald erloschen, der sich dort während eines Jahrhunderts eines hohen Ansehens erfreute.


Am 20. Mai 1931 verstarb nach kurzer schwerer Krankheit

Fritz Luyken

in Argentinien.

Friedrich ("Fritz") Wilhelm Luyken war am 29. Januar 1879 zu Berge bei Hamm i. Westf. geboren, wo sein Vater Pastor Hermann Luyken, vermählt am 22. Sept. 1871 mit Louise geb. Hesse, die väterliche Pfarrstelle seit 1877 bekleidete, (vgl. hierzu Bd. I, S: 465 f.).

Fritz L. besuchte zunächst die Volksschule zu Halver, wohin sein Vater 1882 versetzt worden war, sodann seit 1888 das Realgymnasium zu Bonn. Hierher waren seine Eltern mit ihm und seinen 6 Geschwistern übergesiedelt, nachdem Vater Hermann wegen seines zunehmenden Ohrenleidens aus dem Pfarrdienst 1887 ausgeschieden war. Nach Verlassen der Schule erhielt Fritz L. seine erste landwirtschaftliche Ausbildung als Volontär auf einem Gute in Pommern und war dann als Landwirt in Ostpreußen und Bückeburg tätig. Als Einjährig-Freiwilliger diente er beim Infanterie-Regiment 160 zu Bonn im Jahre 1898/99 und machte im Anschluß daran seine beiden Uebungen als Unteroffizer und Vicefeldwebel. Gleichzeitig war er auch an der Landwirtschaftlichen Akademie zu Bonn-Poppelsdorf immatrikuliert.

Im Jahre 1902 beschloß Fritz L., nach Argentinien auszuwandern. Dort betätigte er sich zunächst auf der etwa 2 Wegstunden von der Bahnstation Rosario entfernten Estanzia "Los Leones". Diese Estanzia gehörte Oskar Rys Clason, verheiratet mit Anna geb. Bleck aus Bonn, dessen Sohn Felix mit Fritz durch Jugendfreundschaft verbunden war.

Auf die Nachricht von der schweren Erkrankung seines Vaters reiste Fritz L. im Herbst 1906 nach Bonn, traf aber zu seinem großen Schmerz seinen Vater nicht mehr lebend an und kehrte bald darauf wieder nach Argentinien zurück.


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Hier erwarb er 1911 zusammen mit seinem durch die im gleichen Jahre erfolgte Heirat mit seiner jüngsten Schwester Grete L. verschwägerten Freunde Felix Clason käuflich die Estanzia "Las dos Margaritas" bei Hersilia in der Provinz Santa Fé an der Bahnstrecke Rosario-Tucuman.

Fritz L. verheiratete sich am 28. Dezember 1912 mit Grete Roth, Tochter von Forstmeister Albert Roth (1848-1897) und Marie geb. Schramm (1851-1920). Die Trauung fand in der Deutschen Kirche zu Buenos Aires statt. Dieser Ehe entsprossen 3 Töchter: 1.) Juliane, * 17. März 1914 zu Buenos Aires, 2.) Marie-Luise, * 4. Juni 1916 zu Ambrosetti, 3.) Ingeborg, * 10. Dez. 1919 zu Buenos Aires.

Im September 1913 war sein Schwager Felix Clason mit Frau und Sohn nach Europa zurückgereist, um ein Jahr in der Deutschen Heimat zu verbringen; bei Kriegsausbruch meldete er sich zum Heeresdienst und fiel am 28. April 1915 bei Boesinghe in Flandern, (vgl. Bd. I, S: 1 u. 14).

Während dieser Zeit mußte Fritz L. mit seiner Familie zur Verwaltung der gemeinsamen Farm in Argentinien verbleiben.

Im Jahre 1921 verpachtete Fritz L. den ihm nach Teilung mit seiner Schwester Grete Clason zugefallenen Anteil der Farm, reiste im Oktober mit seiner Frau und den 3 Töchtern zunächst nach Spanien, um dort während des Winters auf Mallorca zu bleiben. Im April 1922 kehrte er nach Deutschland zurück und hielt sich hier vorerst bei seinem Schwager Oberförster Ferdinand Roth zu Neupfalz bei Stromberg im Hunsrück und zeitweise bei seiner Schwiegermutter auf Lofthus im Hardanger Fjord auf. Hier wohnte auch in der Folgezeit seine Frau mit den Kindern, während er sich auf der Besitzung seines Onkels, des Kommerzienrats Wilhelm Hesse zu Weener in Ostfriesland, beruflich betätigte.

Im Mai 1925 entschloß sich Fritz L., nach Argentinien zurückzureisen, um dort seine Farm selbst zu verwalten. Teils wegen Schwierigkeiten hinsichtlich der Erziehung seiner Töchter, teils aus wirtschaftlichen Gründen ließ er seine Familie in Europa zurück. Er ahnte nicht, daß die Trennung von den Seinen einen Abschied für immer bedeuten sollte. Von Jahr zu Jahr hoffte er auf eine Besserung der wirtschaftlichen Lage, die ihm eine Wiedervereinigung mit seiner Familie ermöglicht hätte, aber immer stellten sich neue Schwierigkeiten entgegen und Fehlschläge blieben nicht aus. Erst in letzter Zeit, nachdem er schon 6 Jahre von Frau und Kindern getrennt war, besserten sich die wirtschaftlichen Aussichten, sodaß er hoffen konnte, seine Familie nachkommen zu lassen. Aber das Schicksal hatte es anders gewollt. Auf einer Geschäftsreise im Frühling d. J. nach Buenos Aires zog sich Fritz L. eine doppelseitige Lungenentzündung zu. Nachdem er sieben Tage lang fieberkrank allein im Rancho auf seinem Kamp gelegen hatte, ließ ihn die ihm befreundete Besitzerin der benachbarten Estanzia "La Baviera", Frau Weiß geb. Seemann auf ihr Gut herüberbringen; Fritz kannte sie von Kind an, da ihr Vater der Administrador von "Los Leones" war. Hier erhielt er, wie er selbst damals an seine Gattin schrieb, die allerbeste Pflege, an welcher sich die Schwägerin von Frau





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Weiß, eine Aerztin aus Bonn mit deren Gatten und ein langjähriger Freund und Nachbar, Herr Müller, sorgsam beteiligte. Aber trotz aller aufopfernden Bemühungen seiner Freunde gelang es nicht, die Krankheit aufzuhalten; in der Frühe des 20. Mai verschied Fritz Luyken und wurde am Abend desselben Tages auf dem Friedhof von Hersilia beigesetzt.

"Als Vorbild beharrlicher Pflichterfüllung und treuester Hingabe an die Seinigen wird er in unserem Andenken weiterleben", schrieb treue Freundeshand an seine Gattin, und aus solch ehrenvollem Gedenken heraus werden treue Freundeshände auch im fernen Land das Grab von Fritz Luyken pflegen und schmücken.


Die Feier der

Goldenen Hochzeit
von Dr. jur. Albert Luyken und Bertha geb. Schlimmer
am 5. April 1931 auf Haus Landfort b. Anholt i. W.

Goldene Hochzeit auf Landfort, 5. April 1931.

1.) Johannes L. [X 160, S: 179*)]; 2.) Albert L. [X 159, S: 179]; 3.) Tove L. g. Schlosshauer, [IX 85, S: 58]; 4.) Reinau van Nispen g. Schlimmer**) (Schwester der Braut); 5.) Dina Wensink (Freundin der Kinder); 6.) Marlieschen Meyer-L. [X 167, S: 188]; 7.) U. Meyer-L. [X 168, S: 188]; 8.) Christel L. [XI 139, S: 348]; 9.) Bertha Luyken g. Schlimmer, Braut, [VIII 35, S: 22]; 10.) Dr. jur. Albert Luyken, Geh. Reg.-Rat, Bräutigam, [VIII 35, S: 22]; 11.) Jo. Stolp g. Schlimmer**) (Schwester der Braut); 12.) Emma v. Habermaas g. L.**) [VIII 36, S: 22];


*) L. = Luyken; sämtliche Seitenzahlen beziehen sich auf Band I dieser Chronikblätter .
**) Die Gäste mit gesperrt gedruckten Namen hatten auch schon an der Grünen Hochzeit des Festpaares teilgenommen.


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Dann weitete sich der Kreis der Gratulanten; in schlichter und aufrichtiger Weise brachten zunächst Personal, Pächter und Bauern aus der Nachbarschaft ihre Glückwünsche dar.

Später erschienen die offiziellen Vertreter der geistlichen und kommunalen Behörden der benachbarten Städte beiderseits der Grenze, Anholt und Gendringen. Nebst den Wünschen seiner Stadtgemeinde, überbrachte der Bürgermeister von Anholt ein Ehrendiplom des Reichsoberhauptes. Außerdem hatte Reichspräsident von Hindenburg auch noch einen mit freundlichem Gruß verbundenen Glückwunsch drahtlich übersandt, das den Reigen der zahlreichen schriftlichen und drahtlichen Ehrungen und Liebesbeweise aus Verwandten- und Freundeskreisen eröffnete.

Im Auftrage des Familienvorstandes überbrachte Dr. Richard Luyken [XI 11, Bd. I, S: 216] mit einer Blumenspende die Glückwünsche der gesamten Familie Luyken.

Im großen, mit den alten Ahnenbildern geschmückten Saale Landforts fand das Festessen statt. Der Jubliar begrüßte herzlich Verwandte und Freunde und hob mit besonderer Freude hervor, daß 11 Mitglieder der heutigen Tafelrunde schon vor 50 Jahren bei der Grünen Hochzeit fröhlich beisammen waren, und zwar außer seiner Gattin und ihm 5 der beiderseitigen Geschwister: Helene van Woelderen (13.), Emma v. Habermaas (12.), Carl Luyken (37.), Reinau van Nispe (4.) und Jo. Stolp (11.), ferner Dr. J. Hissink (29.), Hanna Jahr (23.), Retha Lorenz (19.) und E. A. v. Woelderen (28.), welche damals im jugendlichen Alter an dem grünen Fest teilgenommen hatten.

Hierauf hielt Dr. Rudolph Luyken (34.) die Festrede. Er ging davon aus, daß es bekanntlich leicht sei, über gute Menschen treffend etwas Gutes zu sagen; hier aber seien die sich aufdrängenden Empfindungen kaum in Worte zu fassen. Vor 50 Jahren, zur Zeit der grünen Hochzeit, hätten wir in einem aufsteigenden Deutschland gelebt. Der Segen der Einigkeit habe sich geltend gemacht und politisches und wirtschaftliches Leid habe man damals noch nicht gekannt. In diesem Hoffnungsglück hätten auch Onkel Albert und Tante Bertha ihren jungen Bund begonnen und ihn weiter ausgebaut auf dem festen Fundament inniger Liebe. Das harmonische Zusammenleben könne nicht schöner gedacht werden, und eine solche Harmonie der Seelen würde sich kaum je wiederfinden lassen.

Um solchen Empfindungen besonders würdigen und schönen Ausdruck zu verleihen, las Redner einige Stellen alter Schriften aus der Urgroßväterzeit vor, in denen Freundschaft und Liebe als die Grundlagen glücklicher Lebensgemeinschaft gefeiert werden; zunächst aus einer Predigt von Pastor J. G. Friedrich  Meister*) zur Vermählung


*) Joh. Arnold Luyken (1766-1807) und Joh. Philipp Luyken (1783-1861) waren Urgroßväter des Festredners und Brüder von Joh. Albert Luyken (1785-1867), dem Vater des Jubilars; ihre Schwester Susanna Helene Luyken (1772-1854) war vermählt mit Pastor G. J. Friedrich Meister (1767-1828).


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Erste Österreichische Glanzstofffabrik
Aus: "100 Jahre Glanzstoff"

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Editha Sethe, stud. jur., [X 21 a, Bd. I, S: 72, T. v. Georg W. Sethe, Fabrikbesitzer, Kassel, Akazienweg 21 ½], W./S. 1931/32 Universität Berlin; S. S. 1932 voraussichtlich Universität Jena.


Hans Henrici, stud. biol., [X 113 a, Bd. I, S: 155, S. v. Dr. med. Paul Henrici u. Tilly geb. Heß, Wiesbaden, Kleiststr. 11], W./S. 1931/32 Universität Freiburg i. B.; S./S. 1932 voraussichtlich ebd.


Luise Oppermann, stud. jur., [X 118 a, Bd. I, S: 155, T. v. Dr. jur. Fritz Oppermann, Amtgerichtsrat, u. † Luise geb. Henrici, Parchim i. M.], W./S. 1931/32 Universität Heidelberg.;S./S. 1932 voraussichtlich ebd.



Todesfälle.

Am 10. Oktober d. J. verschied an den Folgen eines schweren Autounfalles

Dr. phil. Paul Thilo

in Mödling bei Wien.


Paul Eduard Thilo war am 24. Juli 1901 in Wesel geboren; er war das älteste der sechs Kinder von Eduard Thilo dem 2. Sohne des Pfarrers Eduard Thilo [1833 bis 1880], verm. mit Hermine geb. Luyken [1842-1879], und Wilhelmine geb. Luyken [vgl. X 84 u. 92, Bd. I, S: 131 u. 142].

Dreiviertel Jahre später siedelten seine Eltern nach Weener in Ostfriesland über, um dann im Herbst 1905 ihren Wohnsitz nach St. Pölten b. Wien zu verlegen, wo Vater Eduard mit der Einrichtung und Leitung der Ersten Glanzstoff-Fabrik Oesterreichs betraut worden war. Hier besuchte Paul Th. die Bürgerschule und das humanistische Gymnasium des Landes Niederösterreich, welches er nach dem Abiturium im Juli 1920 verließ.

Er bezog die Universität München, um Chemie zu studieren und arbeitete hauptsächlich im Laboratorium von Prof. Willstätter. Seine Erholungsstunden waren vor allem der Musik gewidmet, zu der er eine sehr große, vom "absoluten Gehör" unterstützte Begabung besaß; er beherrschte Violine, Bratsche und Klavier. Am 15. Dez. 1926 erwarb Paul Th. an der philosophischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität zu München mit seiner Dissertation: "Quantitative Analyse des Silbernitrates" die Doktorwürde. Im August des folgenden Jahres begann er seine berufliche Tätigkeit als Chemiker auf dem den Elberfelder "Vereinigten Glanzstoff-Fabriken A.-G." gehörigen Werk Oberbruch b. Aachen.

Nun vermochte er auch bald seine Braut Marianne, Tochter von Pastor Paul Wittmann und Margarete geb. Hengstenberg zu Hamm





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i. W., mit der er seit März 1926 verlobt war, heimzuführen. Die Hochzeit fand im Hause der Schwiegereltern zu Hamm am 19. April 1928 statt und eröffnete dem jungen Paare eine sehr glückliche Ehe, der leider aber schon nach dreieinhalb Jahren durch einen schweren Unglücksfall ein jähes Ende beschieden sein sollte.

Im Oktober d. J. brachte Paul Th. mit seiner jungen Gattin den Urlaub bei seinen Eltern in Mödling b. Wien zu, welche nach dem Rücktritt seines Vaters im Herbste 1930 hierher gezogen waren und das Haus Franz-Schubert-Str. 10 angekauft hatten.

Am Abend des 8. Oktober war das junge Paar mit seinem kleinen von Paul selbst gesteuerten Auto auf der Fahrt nach Wien unterwegs, um dort das Burgtheater zu besuchen, als plötzlich die Deichsel eines unbeleuchteten, von links her in die gleiche Fahrtrichtung unvorsichtig schnell einbiegenden Pferdewagens das Lenkrad des Autos zertrümmerte und die Stirne des Führers traf; das nun steuerlose Auto überquerte die Straße und prallte mit voller Wucht gegen einen Lichtmast, wo es zerschmettert liegen blieb. Hierbei wurde Paul herausgeschleudert, er vermochte nur noch dem herbeigeeilten Wachtmann seine Papiere zu übergeben und verlor die Besinnung. Seine Gattin wurde infolge einer schweren Gehirnerschütterung ohnmächtig und erlitt außerdem tiefe Schnittwunden im Gesicht. Im bewußtlosen Zustande wurden beide auf Veranlassung des Wachtmanns in das Krankenhaus gebracht, während die Eltern durch ein vorüberfahrendes Auto von dem Unglück sofort Nachricht erhielten. Im Verlauf seiner noch elf Tage dauernden Leidenszeit erlangte Paul nur vorübergehend für kurze Augeblicke das Bewußtsein wieder; der Zustand von Marianne dagegen besserte sich allmählich soweit, daß man sie am letzten Tage dem Sterbelager ihres Gatten zuführen konnte. Am Montag, den 19. Oktober erlöste ihn der Tod von seinem schweren Leiden und bewahrte ihn so vor unausbleiblichem Siechtum.

Am Freitag darauf, den 23. Okt. erfolgte die Beisetzung auf dem Friedhof zu Mödling. Die Trauerfeier wurde von dem Streichquartett der Wiener Oper eingeleitet mit dem Liede: "Was Gott tut, das ist wohlgetan", in der Bachschen Setzung; hieran schloß sich die meisterhafte und tief zu Herzen gehende Gedenkrede des greisen Pfarrers Dr. Jaquemar von der St. Pöltener Gemeinde. Dann setzte die Orgel ein mit der Lieblingsmotette des Dahingeschiedenen: "Dem in der Finsternis wandelnden Volke erschien ein helles Licht...", welche zum Schluß der erhebenden Feier überging in: "Ich weiß, daß mein Erlöser lebt," mit der Stimmführung der Violine: "Christus der ist mein Leben und Sterben mein Gewinn...".- -

Welch eine Fülle zukunftsfroher Hoffnungen mit dem jungen Leben allzufrüh zu Grabe getragen war, und welche Anerkennung Paul Th. hinsichtlich seines Charakters und seiner beruflichen Fähigkeiten bei seinen Vorgesetzten gefunden hatte, davon gibt Zeugnis das Beileidsschreiben des leitenden Direktors des Oberbrucher Werkes, Dipl.-Ing. R. Etzkorn, welchem folgende Stelle entnommen sei:


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"Gerade diese letzten Tage (d. h. vor seiner letzten Urlaubsreise nach Wien) brachten mir Ihren Sohn nahe, und ich lernte ihn noch mehr als einen äußerst tüchtigen Chemiker mit einem wirklich tiefen und gründlichen Wissen und Können, mit einer für sein Alter seltenen Zuverlässigkeit, verbunden mit Pflichtbewußtsein, kennen. Aber diese Tage zeigten ihn mir auch als Menschen, der über hervorragende Charaktereigenschaften verfügte, der in Musik und Kunst den inneren Ausgleich suchte und fand."


Am 27. Oktober entschlief sanft im Alter von 65 Jahren

Professor Dr. phil. 
Hermann Traut,

stellvertretender Direktor der Stadtbibliothek i. R.

zu Frankfurt a. M.


Hermann Heinrich Traut war am 1. März 1866 zu Altenkirchen im Westerwald geboren als einziger Sohn und jüngstes von fünf Kindern des Kreisgerichtssekretärs Wilhelm Ludwig Traut (1818-1886). Seine Mutter Auguste Johanna Wilhelmine Traut geb. Luyken (1834-1903), war die älteste Tochter von Heinrich Luyken (1800-1880), dem Begründer der "Altenkirchener Linie Luyken", der ein Urenkel war von Daniel (II) Luyken und Margarete geb. Hannes [V 23, vgl. S: 10].

Hermann Traut genoß die ersten Kindheitsjahre mit seinen vier älteren Schwestern in Altenkirchen und kam zunächst hier auf die Rektoratsschule und dann auf das Realprogymnasium in Limburg. Als die Eltern im Jahre 1879 nach Wiesbaden übergesiedelt waren, absolvierte er dort das humanistische Gymnasium.

Um Geschichte und Geographie zu studieren, bezog Hermann T. Ostern 1887 die Universität Bonn; hier kam er durch die persönliche Einwirkung des Direktors der Universitätsbibliothek, Prof. Dr. Schaarschmidt, sehr bald als Amanuensis in den Bibliotheksbetrieb; diese Tätigkeit wirkte bestimmend auf seine Berufswahl. Drei Semester später setzte er das Studium auf der Universität Berlin fort und hörte hier die Vorlesungen u. a. von Max Lenz, Reinhold Koser, und v. Richthofen, mit denen er auch in persönlichen Verkehr treten durfte. Im Jahre 1892 erwarb er hier auch die phil. Doktorwürde mit der Dissertation: "Kurfürst Joachim II von Brandenburg und der Türkenfeldzug vom Jahre 1542".

Am 1. April 1893 trat Hermann T. als wissenschaftlicher Hilfsarbeiter in die Stadtbibliothek in Frankfurt a. M. ein, in deren Dienst er volle 36 Jahre tätig war. Seine schriftstellerische Tätigkeit wandte sich während dieser ganzen Zeit fast ausschließlich dieser Stadt





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und deren Umgebung zu; so beschrieb er auch die städtischen Sehenswürdigkeiten namentlich in dem verbreiteten Führer "Der Römer und die neuen Rathausbauten zu Frankfurt a. M." und veröffentlichte historische Untersuchungen über "die Schlacht bei Höchst am 20. Juni 1622", "Schwere Tage der alten Brücke" und die "Archive des vormaligen Deutschen Bundes...und ihre Uebergabe an die Stadt Frankfurt a. M. im Jahre 1867" u. a.; außerdem schrieb er Mitteilungen über Frankfurter Privatbibliotheken und ihre Einreihung als Stiftungen in die Stadtbibliothek wie in den Veröffentlichungen "Dr. Adolf von Glauburg und seine Bibliothek", "die Herren von Holzhausen und ihre Bibliothek". Das Hauptwerk dieser auf Frankfurt konzentrierten geschichtswissenschaftlichen Tätigkeit sollte die Abhandlung "Frankfurt im Dreißigjährigen Kriege" bilden, welche ihn seit seinem Rücktritt in den Ruhestand beschäftigte.

Acht Jahre nach seinen Eintritt in die Frankfurter Stadtbibliothek war Hermann T. am 1. Mai 1901 zum Bibliothekar ernannt worden, 1911 erhielt er den Titel Professor; seit dem Rücktritt von Geheimrat Ebrard in den Ruhestand leitete er von 1924 bis Herbst 1927 die Stadtbibliothek als stellvertretender Direktor. In gemeinsamer Arbeit mit Prof. Ebrard ordnete er die Bestände des Lesesaals und der ungebundenen benutzbaren Periodischen Schriften sowie das "Verzeichnis der von der Stadtbibliothek in der Universität aufgelegten Periodischen Schriften" heraus.

Im "Verein für Geographie und Statistik" zu Frankfurt führte Hermann T. 25 Jahre hindurch den Vorsitz; zum Dank für diese langjährige Tätigkeit ernannte ihn der Verein zu seinem Ehrenvorsitzenden. Außerdem wirkte er mit gleicher Rührigkeit im "Verein für Geschichte und Altertumskunde" mit und betätigte sich u. a. auch im Verwaltungsrat des Freien Deutschen Hochstiftes zu Frankfurt.

Die "Frankfurter Zeitung" widmete in ihrer Ausgabe vom 28. Okt. d. J. dem Gedächtnis ihres Mitbürgers Dr. Hermann Traut einen ehrenvollen ausführlichen Nachruf, dessen Schluß hier wiedergegeben sei:

"Berufsarbeit und Gelehrtentätigkeit - gewiß, sie bilden das, was an einem Manne, der das Leben ernst und verantwortungsvoll nimmt, am stärksten nach außen in die Erscheinung tritt. Aber eine Persönlichkeit wie die Trauts ist damit nicht erschöpft. Es gab etwas in ihm und ging von ihm aus, das tausendmal stärker wirkte, als all sein reiches verdienstvolles Können und Schaffen, das war seine große Seele, seine unerschütterliche Menschenfreundlichkeit, sein gütiges Herz. Diese Seite war innerhalb seiner markanten kräftigen Persönlichkeit die stärkste, an sie konnte man in jeder Not und Schwierigkeit appellieren, und war sicher, Teilnahme und aufopfernde Hilfsbereitschaft zu finden; und wenn Jahrzehnte erst wieder vergangen sein werden, und man sich mancher Einzelheiten im Frankfurter Berufs- und Gelehrtenleben vielleicht nicht mehr erinnern wird, so wird doch bei allen


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denen, die je mit Traut in Berührung gekommen sind, das Gedenken an seine gütige Seele noch fortleben".

Hermann T. verheiratete sich am 7. Juli 1894 mit
Lina Wenckenbach, der Tochter von Bergassessor Moritz Wenckenback (1838 bis 1884), und Juliane geb. Lange (1845-1899). Dieser Ehe entsprossen drei Töchter: 1) Ottilie, Handelsoberlehrerin zu Frankfurt; 2) Martha, verm. 26. Juli 1924 mit Pastor Dr. Arend Ehlers, Landespfarrer für Innere Mission zu Oldenburg i. O. (2 Kinder: Irmgard, geb. 11. X 1926, u. Arend, geb. 1. IX 1929); 3) Irma, Bibliothekarin in Frankfurt.

Zeitweilige Krankheitserscheinungen und Arbeitsüberhäufung zwangen Hermann T., schon im 63. Lebensjahr seine Versetzung in den Ruhestand nachzusuchen, die am 1. April 1929 erfolgte. So entlastet von Amtsgeschäften kräftigte sich seine Gesundheit bald derart wieder, daß er mit alter Frische seine wissenschaftlichen Arbeiten wieder aufzunehmen vermochte. Am 26. Okt. d. J. hatte er den ersten der Vorträge, die er in diesem Winter im Verein für Geschichte und Altertumskunde halten wollte, und der "Gustav Adolf und Frankfurt im Dreißigjährigen Kriege" betraf, vollendet. *)

Am folgende Tage, Dienstag, den 27. Okt. erlitt Hermann Traut bei scheinbar bestem Wohlbefinden einen Herzschlag, dem der Tod unmittelbar folgte.

Am Sonnabend, den 31. Okt. d. J. wurde Hermann Traut unter großer Beteiligung, insbesondere auch aus Kreisen der Gelehrten und Verwaltung zu Grabe geleitet. Die weite Halle vermochte nicht die große Trauergemeinde zu fassen. Nach einleitender Musik widmete Pfarrer Veit von der Katharinen-Kirche herzliche Worte dem treuen Freunde, dessen wesentliche Charakterzüge: Wahrheit, Gerechtigkeit und Güte er betonte. Von nun folgenden Rednern, die das Andenken des Verewigten als Menschen und Gelehrten feierten, sprach Stadtrat Dr. Michel für die Stadt Frankfurt, Generaldirektor Prof. Dr. Oehler für die Stadtbibliothek. Der Prorektor der Universität, Prof. Dr. Behrmann, redete im Namen der Universität und ehrte den Geographen und Historiker. Seinem langjährigen Vorsitzenden, Generalsekretär und Ehrenvorsitzenden dankte der "Verein für Geographie und Statistik" durch den jetzigen Vorsitzenden, Prof. Leucks. Für das Freie Deutsche Hochstift und das Goethemuseum widmete Prof. Dr. E. Beutler ergreifende Worte hoher Verehrung und tief empfundener Dankbarkeit dem Dahingeschiedenen. - -

Hermann Traut besaß einen außergewöhnliche musikalische Begabung; ohne jemals Unterricht genossen zu haben, war er Künstler in der Improvisation. Er besaß das absolute Tonbewußtsein und ein bemerkenswertes Gedächtnis, sodaß er die Werke unserer großen Meister auswendig spielte und imstande war, auch Künstler zu begleiten, wobei er sich leicht jedem Instrument und jeder Stimme anzupassen vermochte.


*) Dieser Vortrag gelangte später durch den Archivdirektor Dr. Ruschersberg im oben erwähnten Verein zur Verlesung.





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Chronikblätter 1932